Norbert März von außergewöhnlicher Tour zurück / Vom Goldkanal aus 5.500 Kilometer zurückgelegt / Vier Monate mit Segelboot unterwegs

Norbert März, Mitglied der Segelabteilung des Ruder-Clubs Rastatt, hatte sich im April mit seinem Motorsegler "Nany" vom Goldkanal aus auf den Weg gemacht, um 1889 Flusskilometer und 1964 Seemeilen (3637 Kilometer) auf dem Mittelmeer zurückzulegen. Der Vorsitzende des RCR, Horst Klingmann, und Segelwart Ottmar Gießer konnten nun zusammen mit einigen Clubmitgliedern den "Odysseus vom Goldkanal" zu seiner nicht alltäglichen Tour beglückwünschen. 

Neun Monate hatte der Gaggenauer Norbert März, Jahrgang 1939, im "Unruhestand" daran gesetzt, die Solo-Unternehmung intensiv vorzubereiten. Zur Sicherheit hatte das 9,35 Meter lange dänische Segelschiff Echolot, Satelliten-Navigation, Notfunksender, eine Rettungsinsel und einen zusätzlichen Beibootmotor an Bord. Dies war angebracht, denn zwei Mal forderten Windstärken auf dem Mittelmehr von über acht Beaufort alles von dem erfahrenen Segler. 

Der Auftakt des viermonatigen Törns führte März über den Rhein, den Rhein-Rohne-Kanal, Doubs, Saone und Rohne, um schließlich in Port St. Louis ins Mittelmeer einzumünden. Die Kommunikation mit der Heimat war dann doch nicht ganz abgeschnitten. Über Handy beziehungsweise Internet und Laptop war Norbert März stets informiert. Als er einmal für den 36 PS starken Diesel-Schiffsmotor Benzin erhielt, konnte über heimatliche Dolmetscherinnen und einen sachkundigen Segelkameraden in Baden das Problem wieder in den Griff gebracht werden. 

Als besonders anspruchsvoll erwiesen sich die Überquerungen nach den Balearen, Sardinien und Korsika mit bis zu 200 Seemeilen freier Strecke. Im Logbuch des Seglers vom Goldkanal finden sich auch tolle Bemerkungen. Neben zwei Sonnenaufgängen auf offener See sind darin eine Delfinschule mit über 400 Tieren, zwölf weitere in kleiner Besetzung, ein Schwarm fliegender Fische und sieben gesichtete Riesenschildkröten festgehalten. 

Während in manchem Hafen eine Liegeplatzgebühr für die "Nany" gar nicht erhoben wurde, machte Norbert März dafür in Ibiza eine besondere Erfahrung. Für das Schiff unter zehn Metern mussten pro Liegetag 120 Mark berappt werden. Auf die Frage, warum Norbert März diese viermonatige Herausforderung auf sich nahm, antwortete er: "Da lernt man Flexibilität, auch in meinem Alter noch." 

Die Exkursion mit dem eigenen Schiff soll jedoch einmalig bleiben. Dafür will er möglichst zwei Mal im Jahr mit Partnerin Renate, Freunden und Bekannten im Mittelmeer ein Schiff chartern, um das Abenteuer Seefahrt gemäßigt zu erleben. Norbert März:" Auch als Rentner musst du dir eine sinnvolle Beschäftigung suchen, sonst fällst du in ein Loch."

BT 16.08.2000

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