Das langfristige Ziel ist Olympia 2008
Segeln ist die Leidenschaft von Thomas Finke
RCR finanzierte konkurrenzfähiges Boot mit/ Teilnahme bei Weltmeisterschaft in Athen im Juli
Rastatt/Ettlingen (rob). Das Sportsegeln muss in unseren Breiten als Randsportart bezeichnet werden. Für seine Leidenschaft Segeln lebt der Ettlinger Thomas Finke. Talent und Engagement brachten ihm die Fahrkarte zur Junio-ren-Weltmeisterschaf nach Athen. Der 21-Jahrige sprach über den Sport, Erlebnisse und Ziele.
Erstmals kam Finke 1995 in Kontakt mit dem Segelsport. Er entdeckte jedoch nicht in St. Peter Ording oder auf Sylt die Liebe zum Segeln, sondern auf dem Schluchsee im Schwarzwald mit dem kleinen Leihschiff des Vaters. Dann ging es Schlag auf Schlag." Ich trat in den Ruder-Club-Rastatt (RCR) ein und wurde gleich Zehnter bei den Landesjugendmeisterschaften".
Inzwischen ist Finke in der Bootsklasse ,,Finn-Dinghi" unterwegs. Die technisch und körperlich anspruchsvollste Klasse", erklärt er. Thomas ist mit seinen immerhin 90 Kilo unter den Seglern eher ein ,,Hänfling". Die so genannten ,,Ochsen" streben ein Gewicht über 100 Kilo an, um das Segel durch Gewichtsverlagerung optimal in den Wind stellen zu können. Bis Ende 2001 hatte er lediglich ein technisch minderwertiges Leihschiff zur Verfugung. "Mit dem Holzkahn bin ich fast nur hinterher geschippert". Seit März besitzt er ein neues, konkurrenzfähiges Boot mit allem was dazugehört. Die Hälfte der gut 15 000 Euro Anschaffungskosten hat sein Club übernommen, den Rest muss er selbst aufbringen. Der Vater schießt vor, für die Rückzahlung wird er in den Semesterferien sechs Wochen Schicht arbeiten.
,,Wenn ich bei Regatten in Deutschland oder Holland bin, penne ich im Auto", nimmt er Strapazen in Kauf. Sein Chemie-Studium in Karlsruhe sei sehr zeitintensiv, gehe aber auf jeden Fall vor. Ideal wären nach Meinung Finkes Sponsoren, die helfen könnten den Spagat zwischen Studium und Sport zu erleichtern. Von den Verhältnissen mancher Junioren, die durch auf Grund zahlungskräftiger Eltern mehrere Boote und Segel haben, kann Thomas nur träumen. Als Nummer eins der deutschen Junioren
AUF ZUR WM NACH ATHEN: Finn-Dinghi-Segler der Mitglied des Ruder-Clubs Rastatt ist, beim deutschen Farben bei der Junioren-Weltmeisterschaft will er bei der WM in Athen möglichst gut abschneiden. Vom 20. bis 28. Juli werden die Segler dort um Medaillen kämpfen. ,,Kämpfen" ist hierbei durchaus wörtlich zu neben, denn das Sportsegeln hat meist wenig mit entspanntem Dahindümnpeln und lässigem Blinzeln in die Sonne zu tun. Teils unter Sturmbedingungen bis Windstärke acht sind die Sportler bei den Rennen unterwegs.
,,Wenn der Wind im Gesicht schmerzt und die Sicht nur 30 Meter beträgt, dann kann alles passieren", so Finke. Es komme dann vor, dass man an hilflosen Konkurrenten vorbeifahrt, deren Mast wie ein Streichholz abknickte oder die gekentert sind und verzweifelt versuchen ihr Boot wieder aufzurichten. ,,Wie ein 90 Kilo schwerer Schachspie1er" sei man unterwegs da Technik, Fitness und Taktik gleichermaßen wichtig seien. ,,Jedes Rennen ist anders", verdeutlicht Thomas die Faszination.
Die Praxis auf See kann er hier in der Region nicht trainieren, auf dem Rastatter Goldkanal ist höchstens Techniktraining möglich. Bei der " Kieler Woche" Ende Juni war Finke bester deutscher Junior. Sein großes Ziel ist Olympia. Für 2004 sieht er kaum Chancen, denn es gibt immer nur einen deutschen Olympiastarter Olympia 2008 ist sein großer Traum.