Segel-Odysee beim Ruder-Club Rastatt
2338 km vom Goldkanal zum Goldkanal
Teams Dekorsi/Kebschull passierten 184 Schleusen
Elchesheim-Illingen/Rastatt(rw). Nach 73 Tagen mit der stolzen Bilanz von 2338 zu-rückgelegten Bootskilometern kehrten zwei Neunmeter-Segeljachten in den Hafen des Ruder-Club Rastatt (RCR) am Goldkanal zurück. Die Ehepaare Hans und Angela Dekorsi aus Rastatt und Erika mit Rudolf Kebschull waren das nicht Alltägliche Projekt angegangen. Dabei stellte das sportliche Segeln auf dem niederländischen Ijssel-Meer bei Windstärken bis sechs Beaufort einen besonderen Höhepunkt dar.
Hans Dekorsi, gleichzeitig Haus- und Grundstückwart des RCR, sorgte für eine minutiöse Vorbereitung. Dazu gehörte für den Weg über den Rhein, die Ijssel, Geldersee , Amsterdamer Gewässer, Texel in Friesland, Vecht und Maas sowie den Rhein-Marne-Kanal bis Straßburg umfangreiches Kartenmaterial. "Ohne Karte, unterstützt von Satelliten-Handnavigation, kann man sich in den Niederlanden verirren," fügte Hans Dekorsi an.
Von der allgemeinen hohen Gastfreundlichkeit der Holländer zeigte sich Angela Dekorsi begeistert. Außerdem war man auf dem Ijsselmeer zusammen mit Ottmar Gießer, dem Ersten Vorsitzenden des RCR, um die Segeltauglichkeit der Kielboote auszukosten. Mit der "Mirage" und "Sun-Odyssee" wurden immerhin 184 Schleusen, sechs Tunnels und 66 bewegliche Brücken passiert, was das Logbuch ausweist.
Die Probleme mit dem allgemeinen niedrigen Wasserstand in diesem Sommer hielten sich in Grenzen. Zweimal lief man in Frankreich und den Ardennen auf. Da halfen sich die Skipper gegenseitig beim Freiziehen und kein größerer Schaden trat auf. Während häufig auf den Kanälen unter Segel gefahren wurde, konnte auch der 18PS-Motor der beiden "Bavaria 30-Yachten" zu Unterstützung des Vortriebs genutzt werden.
Dabei auf der Tour, quasi als Maskottchen, der Bordhund "Bonni." Dieser fiel nur einmal unbeabsichtigt ins Wasser und rundete die zweieinhalb monatige Odyssee ab.

Bild: Nach 73 Tagen und 2338 Kilometern kehrten Hans Dekorsi, Rudolf und Erika Kebschull sowie Angela Dekorsi (von links) von einer europäischen Segelodyssee zurück.
Foto: Wollenschneider